OpenHands

Quelloffener Software-Agent mit Docker-Sandbox, freier Modellwahl und MCP-Anbindung – lokal, in der Cloud oder selbst gehostet.

OpenHands ist ein quelloffenes Projekt für KI-gestützte Softwareentwicklung. Das Repository beschreibt es mit den Worten "AI-Driven Development" und hat auf GitHub über 90.000 Sterne. Im Kern geht es um einen Software-Agenten, der nicht nur Code vorschlägt, sondern Aufgaben in einer abgeschirmten Umgebung selbst ausführt: Dateien bearbeiten, Befehle im Terminal starten, Tests laufen lassen und das Ergebnis prüfen. Wer nach einem KI-Assistenten für Coding sucht, der sich weder an einen Modellanbieter noch an einen bestimmten Editor bindet, findet in OpenHands einen Ansatz, den man vollständig auf eigener Infrastruktur betreiben kann.

Wie OpenHands aufgebaut ist

Laut Dokumentation besteht OpenHands aus mehreren Bausteinen, die sich je nach Einsatz kombinieren lassen. Der Agent Canvas ist ein quelloffener Browser-Client und eine Art Kontrollzentrum für Agenten-Gespräche; er verbindet sich mit lokalen oder entfernten Backends und kann neben dem eigenen Agenten auch andere Coding-Agenten ansteuern, die das Agent Client Protocol sprechen. Das Software Agent SDK ist eine Python-Bibliothek, mit der man eigene Agenten bauen kann, dazu gibt es einen Agent Server mit REST- und WebSocket-Schnittstellen. Die Kommandozeile bietet eine Terminal-Oberfläche sowie einen Headless-Modus für Skripte, Automatisierung und CI/CD-Pipelines. Diese Vielfalt ist ungewöhnlich: Man kann klein anfangen und denselben Agenten später in eine Pipeline oder ein Teamsystem einbinden.

Sandbox und Sicherheit

Ein Agent, der Befehle ausführt, braucht Grenzen. OpenHands bietet dafür laut Dokumentation Sandbox-Anbieter an: eine Docker-Sandbox, die für den lokalen Betrieb empfohlen wird, einen einfachen Prozessmodus und entfernte Umgebungen. Das README weist ausdrücklich darauf hin, dass der Agent ohne Sandbox vollen Zugriff auf das Dateisystem hat. Für sensible Projekte sollte man daher den Docker-Weg wählen. Zusätzlich beschreibt das SDK eine Bestätigungsrichtlinie samt Sicherheitsanalyse, mit der man steuert, welche Aktionen der Agent nur nach Freigabe ausführen darf.

Modellwahl und MCP

OpenHands kann sich laut Dokumentation mit jedem Modell verbinden, das über LiteLLM erreichbar ist. Dazu zählen unter anderem OpenAI, Google Gemini und Vertex, AWS Bedrock sowie lokale Server wie LM Studio, Ollama oder vLLM. Eigene Schlüssel lassen sich in allen Plänen verwenden. Erweitern lässt sich der Agent über das Model Context Protocol: MCP-Server können in den Einstellungen, in der Kommandozeile und im SDK eingebunden werden. Damit eignen sich viele Einträge aus dem Skill-Road-Katalog auch für OpenHands, etwa Server für Datenbanken, Browser oder Entwicklerwerkzeuge.

Integrationen für den Teamalltag

In der Cloud-Variante nennt die Dokumentation Anbindungen an GitHub, GitLab, Slack und Jira Cloud. So lassen sich Aufgaben aus dem Ticketsystem oder Chat an den Agenten geben und Ergebnisse als Änderungen im Repository wieder abholen. Der Agent Canvas erwähnt zusätzlich Automationen mit Linear und Notion.

Pläne und Kosten

Der quelloffene Einstieg läuft lokal und ist kostenlos; laut Preisseite steht er unter der MIT-Lizenz. Daneben gibt es einen kostenlosen Individual-Plan als gehosteten Dienst für eine Person mit einer begrenzten Zahl täglicher Konversationen, Cloud-Zugang, API sowie Jira- und Slack-Anbindung. Der Enterprise-Plan richtet sich an Organisationen und ist als Cloud-Dienst oder selbst gehostet verfügbar, etwa mit privater VPC, SAML/SSO und persönlicher Betreuung; die Konditionen sind individuell. Beim Modellzugriff kann man eigene Schlüssel mitbringen oder den OpenHands-Provider nutzen, der Tokens laut Anbieter zum Selbstkostenpreis ohne Aufschlag abrechnet. Aktuelle Konditionen stehen auf der offiziellen Preisseite.

Einordnung

Der Unterschied zu Editor-Assistenten wie Cursor oder Zed liegt im Zuschnitt: OpenHands arbeitet eher als eigenständiger Agent mit eigener Umgebung, den man Aufgaben übergibt. Gegenüber goose, das vor allem lokal als allgemeiner Agent läuft, betont OpenHands die Softwareentwicklung, das SDK und die Teamintegration. Gegenüber Jules von Google ist es quelloffen und selbst betreibbar.

Für wen sich OpenHands lohnt

OpenHands passt zu Entwicklern und Teams, die einen Software-Agenten mit eigener Modellwahl, Sandbox und offenem Quellcode betreiben möchten, und die bereit sind, Docker und Berechtigungen selbst einzurichten. Wer eine rein verwaltete Lösung ohne eigenen Betrieb sucht, kann den Cloud-Plan testen. Ein sinnvoller Einstieg ist die Docker-Variante mit einem kleinen Testrepository, einem angebundenen Modell und einer klar umrissenen Aufgabe wie dem Schreiben von Tests für eine einzelne Funktion.

Kostenlos
Anbieter
OpenHands
Lizenz
MIT
Zuletzt geprüft
12.10.2026

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