Model Context Protocol
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Das Model Context Protocol ist ein offener Standard für Verbindungen zwischen KI-Anwendungen und externen Systemen. Anthropic hat das Protokoll im November 2024 eingeführt, um ein konkretes Problem zu lösen: Selbst leistungsfähige Sprachmodelle sind von ihren Daten isoliert, hinter Informationssilos und Legacy-Systemen eingesperrt, und jede neue Datenquelle benötigt bislang eine eigene, individuell gebaute Integration. MCP ersetzt diese Vielzahl an Einzellösungen durch eine einheitliche Schnittstelle – vergleichbar mit USB-C, das unterschiedlichste Geräte über einen einzigen Anschlussstandard verbindet, statt für jedes Gerät ein eigenes Kabel zu benötigen.
Technisch besteht MCP aus zwei Bausteinen: MCP-Hosts wie Claude Desktop als KI-Schnittstelle für Nutzer sowie MCP-Server, die diese Hosts mit konkreten Datenquellen und Werkzeugen verbinden. Ende 2025 übergab Anthropic das Protokoll an die Agentic AI Foundation, einen bei der Linux Foundation angesiedelten Fonds; die technische Leitung liegt seither bei der MCP Steering Group, unabhängig von einzelnen Firmen.
Im Repository modelcontextprotocol/servers veröffentlicht das Projekt offizielle Referenzimplementierungen, darunter Filesystem und Fetch. Diese Server dienen laut Projekt vor allem als Beispiele und Lernmaterial und sind nicht pauschal als produktionsreif einzustufen. Nach Angaben von Anthropic zum Zeitpunkt der Übergabe an die Linux Foundation verzeichnete MCP bereits über 97 Millionen monatliche SDK-Downloads und mehr als 10.000 aktive öffentliche Server – Belege dafür, dass sich das Protokoll innerhalb eines Jahres zum De-facto-Standard für agentische KI entwickelt hat, mit Unterstützung unter anderem von OpenAI, Google und Microsoft.